

Kern der belgischen Wissenschaft
Was haben die Wettervorhersagen, die Dinosaurier, das WLAN-Netz aller belgischer Universitäten
und die Restaurierung des Mystischen Lammes der Brüder Van Eyck gemeinsam?
All jene öffentlichen Dienstleistungen und Schätze des belgischen Kulturerbes stehen
unter der Federführung des ÖPD Wissenschaftspolitik
(BELSPO). Mit seinen insgesamt 2.500 Beschäftigten bei BELSPO, den zehn föderalen
wissenschaftlichen Einrichtungen und Belnet treibt unsere Institution die Forschung
voran und bewahrt gleichzeitig ein weltweit anerkanntes Kulturerbe.
Zu diesen Einrichtungen gehören auch Museen, die jährlich 1,5 Millionen Besucherinnen
und Besucher empfangen und sowohl junge als auch ältere Menschen für
Wissenschaft begeistern, aber das ist noch nicht alles. Bei BELSPO trägt jedes
wissenschaftliche Projekt, sei es im Bereich Weltraum, Biodiversität, Kulturerbe
oder digitale Innovation, zu einem besseren Verständnis unserer Welt bei und
bereitet uns auf eine bessere Zukunft vor.
Die Geschichte Belgiens
Das Staatsarchiv umfasst zwanzig Archivdepots in ganz Belgien. Jede dieser
Dienststellen verfügt über einen öffentlich zugänglichen Lesesaal, in dem die
Archive eingesehen werden können. Darüber hinaus ist ein stetig wachsender Teil
der Sammlung online verfügbar (411 laufende Kilometer analoges Archivgut). Das
Staatsarchiv trägt zu einem effizienten Informationsmanagement innerhalb der
föderalen öffentlichen Dienste bei.
Mithilfe der Suchmaschine AGATHA erleichtert das Staatsarchiv den Online-
Zugang zu historischen Dokumenten. Das CegeSoma, ein Kompetenzzentrum für
Konflikte des 20. Jahrhunderts innerhalb des Staatsarchivs, bietet unter anderem
eine Plattform, die dem belgischen Widerstand während des Zweiten Weltkriegs
gewidmet ist.

Belgiens dokumentarisches Gedächtnis
Die KBR ist das Gedächtnis eines außergewöhnlich reichen kulturellen und
historischen Erbes. Ihre Sammlungen umfassen über acht Millionen Dokumente,
darunter Bücher, Manuskripte, Zeitungen, Drucke, Musikpartituren, Münzen und
Karten. Darüber hinaus hat die KBR ein digitales Angebot, das kontinuierlich erweitert
wird. Das ermöglicht sowohl Forschenden als auch der breiten Öffentlichkeit den
Zugang zu einer beachtlichen Quelle an Informationen.
Die Bibliothek macht ihre Sammlungen sowohl in ihren Lesesälen als auch über
Online-Plattformen zugänglich und organisiert zudem Ausstellungen, Konferenzen
und bietet darüber hinaus ein vielfältiges Kulturprogramm an. Sie ist somit ein
lebendiger Treffpunkt für alle, die sich für Kulturerbe, Wissen und Kultur im
Allgemeinen interessieren. Durch die öffentliche Ausstellung ihrer Sammlungen
und die Weitergabe von Fachwissen will die KBR Verbindungen zwischen Menschen,
Gemeinschaften und Generationen schaffen.
Kunst vor dem Zahn der Zeit bewahrt
Seit seiner Gründung widmet sich das Königliche Institut für das Kunsterbe (IRPA)
der Erforschung und Erhaltung des künstlerischen und kulturellen Erbes des
Landes. Gemälde, Skulpturen aus Holz und Stein, Textilstücke, Keramik- und
Glasobjekte... sogar Gebäude werden hier untersucht und restauriert.
Die IRPA führt auch sehr umfangreiche Projekte wie die Restaurierung des Mystischen
Lammes der Brüder Van Eyck durch. Das Institut entwickelt auch innovative
Lösungen, um Kunst angesichts des Klimawandels zu bewahren, und beteiligt
sich am Programm ECHOES, der europäischen Cloud für Kulturerbe. Seine BALaTDatenbank
stellt Tausende von Fotos des belgischen Kulturerbes zur Verfügung.

Kunst und Geschichte der Welt
Die Königlichen Museen für Kunst und Geschichte (KMKG) umfassen drei Museen
an verschiedenen Standorten in Brüssel: das Museum für Kunst und Geschichte,
das Museum für Musikinstrumente und das Museum Porte de Hal. Das Museum
für Kunst und Geschichte, das größte des Landes, befindet sich im Jubelpark.
Seine reichhaltigen Sammlungen umfassen Kunstschätze aus Europa und der
ganzen Welt, darunter eine Statue von den Osterinseln und Werke, die Hergé dazu
inspirierten, die Welt von Tim und Struppi zu erschaffen.
Die Königlichen Museen verfügen über renovierte Räumlichkeiten wie die Säle zu
Amerika oder zur dekorativen Kunst aus dem 18. Jahrhundert und beherbergen
auch prestigeträchtige Sonderausstellungen.
Kunst im Laufe der Jahrhunderte
Die Königlichen Museen der Schönen Künste von Belgien (KMSKB) bestehen aus
vier Museen: dem berühmten Magritte-Museum, dem Old Masters-Museum,
dem Wiertz-Museum und dem Meunier-Museum. Sie befinden sich im Herzen
der europäischen Hauptstadt und sind mit über 700.000 Besuchen pro Jahr die
meistbesuchten Museen in Belgien.
Die prestigeträchtige Sammlung von 24.000 Werken der Museen zeichnet die
Geschichte der bildenden Kunst vom 15. bis zum 21. Jahrhundert nach. Die Museen
beteiligen sich an internationalen Wanderausstellungen und arbeiten unter anderem
mit dem Centre Pompidou zusammen. Mit einem Augenzwinker an Magritte, dem
bekanntesten surrealistischen Maler Belgiens, ziert ein riesiger Apfel das Dach eines
der Gebäude dieses Museumskomplexes, das 1801 auf Betreiben von Napoleon
erbaut wurde.

Wunder der Natur von gestern und heute
Das Königliche Belgische Institut für Naturwissenschaften (KBIN) betreibt
umfangreiche wissenschaftliche Forschungstätigkeiten und verwaltet die drittgrößte
naturwissenschaftliche Sammlung in Europa. Über die Dauer- und Sonderausstellungen
seines Museums öffnet sich das Institut für die breite Öffentlichkeit.
Weltberühmt ist das Institut für seine Galerie der Dinosaurier – die größte in Europa.
Das Institut verbindet Spitzenforschung mit gesellschaftlichem Engagement:
Partnerschaft mit der NASA, Organisation der Mass Extinction Conference, Rolle als
belgischer Focal Point für globale Biodiversität, usw.
Kultur, Natur und Erbe Zentralafrikas
Das Königliche Museum für Zentralafrika (KMZA), auch bekannt als AfricaMuseum,
ist sowohl eine Museumsinstitution als auch ein Forschungszentrum, das die
Erforschung und den Dialog über die Gesellschaften und die natürliche Welt
in Subsahara-Afrika fördert. Das Museum ist auch ein Ort des Gedenkens und
der Reflexion über die Kolonialgeschichte. Außerdem widmet es sich dem
zeitgenössischen und zukünftigen Afrika.
Das AfricaMuseum beherbergt außergewöhnliche Sammlungen: 50 Millionen Tiere
und Insekten, 1 Million Fische (die größte Sammlung der Welt) und 8.000 afrikanische
Musikinstrumente. Gemeinsam mit seinen Partnern in der Demokratischen Republik
Kongo entwickelt das Museum ein ehrgeiziges Kooperationsprogramm 2024-2029,
das den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen den Ländern des
globalen Südens für die Herausforderungen der Zukunft stärkt.

Die Atmosphäre und der Weltraum
Das Königliche Belgische Institut für Weltraum-Aeronomie erforscht die Atmosphäre
der Erde, anderer Planeten und von Kometen. Es analysiert die wichtigsten Prozesse,
die unsere Umwelt und das Weltraumwetter beeinflussen. Das Institut stellt die
wissenschaftliche Expertise, um die Herausforderungen sowohl im Bereich der
Weltraum- als auch in jenem der Erderkundung besser zu verstehen.
Das Institut spielt auch eine zentrale Rolle bei internationalen Weltraummissionen
in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation,
indem es Messinstrumente sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zur
Verfügung stellt. Durch seine zahlreiche Tätigkeiten, wie die Überwachung und
Beobachtung von Planeten, der Sonne, der Erde und menschlicher Aktivitäten wird
der konkrete Einfluss der Weltraumforschung auf unser tägliches Leben sichtbar.
Das Universum und die Erde
Das Königliche Observatorium von Belgien ist eine wissenschaftliche Einrichtung,
die die Erde, die Sonne und viele andere astronomische Objekte in unserem
Universum erforscht. Am Observatorium werden unterschiedliche Disziplinen, wie
Astronomie, Astrophysik, Geophysik, Seismologie und Sonnenphysik praktiziert. Es
betreibt ferner das im Heysel-Gebäude angesiedelte Planetarium.
Das Observatorium wurde 1826 gegründet und nimmt an ehrgeizigen Weltraummissionen
teil, beispielsweise Proba-3 zur Beobachtung der Sonnenkorona und
Hera zur Erforschung der Asteroidenabwehr. Seine Seismographen haben einen
mysteriösen neuntägigen Tsunami in Grönland festgestellt, und das Observatorium
hat zur Entdeckung eines gigantischen Schwarzen Lochs beigetragen. Eine 200 Jahre
alte Institution an der Spitze der Forschung!

Das Wetter von morgen
Das Königliche Meteorologische Institut von Belgien (KMI) hat den Auftrag,
zuverlässige meteorologische, klimatische und geophysikalische Dienstleistungen
auf der Grundlage hochwertiger Beobachtungen und Forschung im Rahmen
nationaler und internationaler Zusammenarbeit zu erbringen.
Das KMI nutzt dabei die fortschrittlichsten Wettersatelliten Europas (Meteosat
MTG). Es bietet der wissenschaftlichen Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit
dem Belgischen Klimazentrum Zugang zu historischen Klimadaten. Neben dem
Wetter bietet die mobile Anwendung des KMI auch eine viertägige Vorhersage
der Pollenbelastung für jede belgische Gemeinde.
Das Königliche Konservatorium Brüssel verfügt seit seiner Gründung im Jahr 1832 über eine Bibliothek. Heute ist sie sowohl dem französischsprachigen Conservatoire royal de Bruxelles als auch dem niederländischsprachigen Koninklijk Conservatorium Brussel – School of Arts Erasmushogeschool angegliedert. Mit mehr als 1,5 Millionen Dokumenten bildet sie die größte öffentliche Musiksammlung Belgiens und vereint Partituren, Handschriften, Archive sowie ikonografische, audiovisuelle und digitale Quellen. Als einzigartiges Zentrum in Belgien für Information, Konsultation und Ausleihe von Musikdokumenten verfolgt die Bibliothek die Aufgabe, ihre Sammlungen zu erweitern, zu bewahren, zu erforschen, aufzuwerten und zugänglich zu machen – an der Schnittstelle von Hochschulbildung, Forschung und Dienst an der Gesellschaft.

Das Fundament der Musikkapelle wurde von zwei starken Persönlichkeiten gelegt: Königin Elisabeth, selbst Geigerin und entschlossen, junge Talente zu fördern, und Eugène Ysaÿe, einem der profiliertesten Geiger und Komponisten seiner Generation. Auch wenn er die Gründung nicht mehr miterlebte, inspirierte sein Konzept einer Spitzenförderung die Königin. Ihr gemeinsames Ziel war es, vielversprechendebelgische Künstlerinnen und Künstler durch hochkarätiges Institut und einen internationalen Musikwettbewerb fördern.
